Das aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangene Projekt für den neuen Feuerwehrstützpunkt Forsthaus West besticht durch die funktionelle und durchdachte Aufteilung der Arbeits-, Wohn- und Aufenthaltsräume und nimmt besonders Rücksicht auf die exponierte Lage des Gebäudes im Wald.

Frontansicht von der Murtenstrasse: Ausfahrhalle mit Wohn- und Bürotrakt

Frontansicht von der Murtenstrasse: Ausfahrhalle mit Wohn- und Bürotrakt

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Rückansicht: Werkstättentrakt, Turm und Einfahrtsrampe in die Einstellhalle

Der neue Feuerwehrstützpunkt soll zwischen dem bestehenden Werkhof des Tiefbauamtes und der Abfallentsorgung an der Ecke Murtenstrasse / Autobahnzufahrt Forsthaus und dem weiter westlich anschliessenden Neubau der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) erstellt werden.

Einsatz – Wohnen – Büroarbeit

Der Haupttrakt ist auf die Schwerpunkte Einsatz, Wohnen und Büroarbeit ausgerichtet. Über der Feuerwehreinsatzleitzentrale (Tel 118) und der für 15 Einsatzfahrzeuge dimensionierten, zentralen Ausfahrhalle im Erdgeschoss sind die Schlaf- und Aufenthaltsräume angeordnet. Im zweiten Obergeschoss finden sich Räume für Führung, Planung und Administration. Darüber liegt ein zentraler Schulungsraum. Von allen Obergeschossen führen Rutschstangen direkt in die Ausfahrhalle. Längsseits an diese angedockt ist der Werkstättentrakt für den Fahrzeug-, Geräte- und Materialunterhalt.

Ausbildung und Training

Eine Allzweckhalle dient primär der Ausbildung an Fahrzeugen und Geräten sowie dem körperlichen Training der Feuerwehrleute. Am und im rund 35 m hohen Turm können Höhen- und Tiefenrettungen sowie Treppenhauseinsätze wirklichkeitsnah geübt werden. Weitere Ausbildungs- und Trainingsanlagen befinden sich im östlichen Teil des Areals. Unter anderem ermöglicht hier ein unterirdisches Labyrinth das Üben von Rettungseinsätzen unter erschwerten Bedingungen.
Im Untergeschoss sind eine Einstellhalle für den ergänzenden Einsatzfahrzeugpark, Garderoben und Lager sowie die Technikräume untergebracht.

Turm, Helikopterlandeplatz und Allzweckhalle

Turm, Helikopterlandeplatz und Allzweckhalle

…optimale Voraussetzung für die Zukunft

Mit dem Neubau des Feuerwehrstützpunkts im Forsthaus West erhält die Berufsfeuerwehr Bern optimale Voraussetzungen für die Erfüllung ihrer vielfältigen Aufgaben und das Areal der alten Feuerwehrkaserne an der Viktoriastrasse 70 kann in einen attraktiven, zentrumsnahen Wohn- und Arbeitsstandort umgewandelt werden.

Von ihrem heutigen Standort aus kann die Berufsfeuerwehr bei Brandfällen vor allem die westlichen Teile des Stadtgebiets schon seit Jahren nicht mehr in der vorgeschriebenen Interventionszeit erreichen. Zudem behindern die nachbarlichen Schulhäuser mit deren Schulkindern sowie der rege Publikumsverkehr ein rasches Ausfahren und erzeugen eine Selbstgefährdung.

Mängel am alten Standort

Die Anlagen an der Viktoriastrasse weisen Mängel auf, die der Berufs-feuerwehr ihre Arbeit für die Sicherheit und den Schutz der Bevölkerung erschweren:

- Die Gebäude sind nach über 70 Jahren intensiver Beanspruchung am Ende ihrer Nutzungsdauer angelangt. Sie müssen entweder umfassend und mit entsprechend hohen Kosten saniert und erweitert werden oder aber ersetzt beziehungsweise verlegt werden.
- Die Einrichtungen der kasernierten Feuerwehrleute entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen.
- Die Kaserne wurde 1936 für 25 Korpsangehörige gebaut. Heute arbeiten über 100 Berufsfeuerwehrleute an diesem Standort. Betrieb und Ausbildung der Berufsfeuerwehrleute sind wegen der engen Platzverhältnisse nur noch mit wesentlichen Einschränkungen möglich und für das Quartier oft belastend.
- Die Abteilung Feuerwehr, Zivilschutz und Quartieramt  ist mangels Platz an der Viktoriastrasse 70 auf verschiedene Standorte verteilt, was entsprechende Synergieverluste bewirkt.
Kaserne Viktoriastrasse 70

Kaserne Viktoriastrasse 70

Der Neubau des Feuerwehrstütz-punkts ist eine sinnvolle, generationenübergreifende Investition in die Feuerwehr und in die Sicherheit der Bevölkerung der Stadt Bern. Der neue Standort des Stützpunkts gewährleistet, dass die Berufsfeuerwehr innerhalb der vorgegebenen Zeiten alle Stadtteile (inkl. Westen) und ohne Verzug auch das Autobahn- und das Eisenbahnnetz erreichen kann.